Kopfbereich
Wildunfall, was tun? > 139

Arten durch Unfälle bedroht

Laut dem ADAC (Erhebnung von 2007) werden in Deutschland jedes Jahr rund 220 000 Rehe und mehr als 200 000 Hasen, Füchse und Kleinwild überfahren. Der regulierte Schaden an den Autos betrug dabei 500 Millionen Euro.

Im Einzugsgebiet des Kreisjagdverbandes ist diese „Strecke“ auch erheblich: In den Jagdjahren 2010 bis 2012 kamen beispielsweise 1/5 der Rehe durch Verkehrsunfälle zu Tode. 48 von 50 Feldhasen wurden in der Streckenliste ebenfalls als Opfer von Unfällen gelistet. Das ist leider auch ein Grund dafür, dass Niederwild wie der Feldhase im bestand gefährdet ist.

Es muss ständig damit gerechnet werden, dass Rehe, Wildschweine und Hirsche unverhofft die Straßen überqueren, weil sie vom ersten frischen Grün auf den Feldern und Straßenrändern angezogen werden. Auch in der Blatt- oder Brunftzeit ist das Haarwild "unaufmerksam". Dazu kommen die Stunden der Dämmerung, in denen das Wild besonders aktiv ist. Der Mensch hat mit Straßen die Einstandsgebiete geteilt, so dass der Mensch selbst auch an Stellen, die nicht mit dem Warnschild „Wildwechsel“ gekennzeichnet sind, Obacht geben soll. Hier gilt es, die Geschwindigkeit zu reduzieren und sehr aufmerksam zu sein.

Ab 80 km/h kann ein Zusammenstoß mit einem Reh für Menschen lebensgefährlich werden. Insbesondere Rehe und Wildschweine überqueren Straßen oft in der Gruppe. Wenn vor dem Auto ein Tier zu sehen ist, ist abzubremsen, abzublenden und zu hupen.

Es hat gekracht! Was tun?

-> Unfallstelle absichern
-> Unfall der Polizei melden und ob das Tier noch lebt. Diese kennt in der Regel die zuständigen Jäger. Nur Tierärzte und Jäger sind berechtigt, Tiere zu töten. Ihnen wird die erforderliche Sachkenntnis in puncto Tierschutz zugesprochen.
-> lebende Tiere nicht berühren, kann gefährlich werden
-> Wildbescheinigung ausstellen lassen (für Versicherung)
-> Wenn vorhanden, Wildspuren am Auto fotografieren (Blut, Fell)
-> totes Wild von der Straße entfernen, um weitere Unfälle zu
vermeiden

Wenn das Tier noch lebt und nach dem Zusammenstoß wieder verschwindet, muss Meldung gemacht werden! In solchen Fällen muss der Jäger das verletzte Tier suchen und ihm den Gnadenschuss geben. Sollte ein angefahrenes Tier ohne Meldung am Straßenrand zurückgelassen werden, begeht derjenige einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Das Tier darf auch nicht mitgenommen werden. Hier wäre der Straftatbestand der Wilderei erfüllt. Eine Strafanzeige kann folgen.

Das sagt der ADAC

Häufig lassen sich Wildunfälle nicht vermeiden, weil die Tiere für Autofahrer überraschend die Straße queren. Wenn plötzlich Wild auf der Straße steht, sollten Autofahrer sich aber vor allem schnell entscheiden. Die Frage "Draufhalten oder bremsen?" müsse umgehend beantwortet werden, so Thomas Hessling, Wald- und Wildtierspezialist des ADAC. Zwar überfahre niemand gern ein Tier. Wer eine Vollbremsung vornimmt, riskiere aber, dass der Hintermann auffährt. Daher könne es sinnvoller sein, die Kollision in Kauf zu nehmen. Das gilt vor allem für drohende Zusammenstöße mit kleinen Tieren. Denn die Kaskoversicherung zahlt nur Unfälle mit Haarwild. Bei Federvieh auf der Straße sollten Autofahrer daher gut überlegen, ob sie ausweichen. Der mögliche Schaden etwa durch die Kollision mit einem Baum sei in der Regel höher. Hessling: Wer sich für das Bremsen entscheidet, sollte unbedingt das Lenkrad gerade halten: "Bloß keine Ausweichmanöver – die landen meist vor dem Baum oder im Gegenverkehr." (Auszug aus www.autobild.de/artikel/verhalten-beim-wildunfall)

top